Im Deutschen verwenden wir das Verb „verdienen“ für ganz unterschiedliche Dinge:
Man kann Geld verdienen, Lob verdienen oder sich Respekt verdienen. Im Ungarischen werden diese Bedeutungen jedoch meist mit unterschiedlichen Verben ausgedrückt.
In diesem Beitrag sehen wir uns die wichtigsten Varianten an – inklusive typischer Beispiele, Grammatik und kleiner Bedeutungsunterschiede.
Geld verdienen → keresni
Wenn es um Einkommen oder Geld geht, verwendet man im Ungarischen normalerweise das Verb:
- keresni = verdienen
Interessanterweise bedeutet keresni eigentlich auch „suchen“. Im Zusammenhang mit Geld heißt es aber ganz einfach „verdienen“.
Beispiele
- Sokat keres.
= Er/Sie verdient viel. - Jól keresel?
= Verdienst du gut? - Pénzt keresni
= Geld verdienen
Etwas verdienen → megérdemelni
Wenn jemand etwas „verdient hat“ – moralisch oder emotional – verwendet man meist:
- megérdemelni = verdienen / etwas verdient haben
Das ist die häufigste Variante für emotionale oder moralische Bedeutung.
Positive Beispiele
- Megérdemled a pihenést.
= Du hast die Erholung verdient. - Megérdemli a sikert.
= Er/Sie verdient den Erfolg. - Megérdemled!
= Du hast es verdient!
Oft eher negativ ohne Objekt
Interessanterweise wirkt megérdemelni ohne genaueres Objekt im Alltag oft eher negativ oder ironisch.
Zum Beispiel:
- Megérdemled.
- Na, megérdemelted.
klingen häufig eher wie:
- „Geschieht dir recht.“
- „Selbst schuld.“
- „Das hast du davon.“
Das liegt daran, dass man positive Dinge oft konkret nennt:
- Megérdemled a pihenést.
- Megérdemli az elismerést.
- Megérdemli a sikert.
Wenn dagegen nur „Megérdemled.“ gesagt wird, denkt man schnell an eine negative Konsequenz.
Das ist übrigens ähnlich wie im Deutschen oder Englischen:
- „Das hast du verdient.“
- „You deserved it.“
Auch diese Sätze wirken ohne weiteren Kontext oft eher negativ.
Negative Beispiele
Dasselbe Verb funktioniert natürlich auch für ausdrücklich negative Dinge:
- Megérdemli a büntetést.
= Er/Sie verdient die Strafe. - Megérdemel egy rossz értékelést.
= Er/Sie verdient eine schlechte Bewertung. - Ezt megérdemelted.
= Das hast du verdient.
Das Verb selbst ist also nicht negativ – die Stimmung entsteht hauptsächlich durch Kontext und Tonfall.
Sich etwas verdienen → kiérdemelni
Etwas formeller und stärker klingt:
- kiérdemelni = sich etwas verdienen / erarbeiten
Hier liegt der Fokus mehr auf Leistung, Verhalten oder Anstrengung.
Typische Kombinationen
- Vertrauen
- Respekt
- Anerkennung
- Aufmerksamkeit
- Lob
Beispiele
- Kiérdemelte a bizalmat.
= Er/Sie hat sich das Vertrauen verdient. - Ki kell érdemelni a tiszteletet.
= Respekt muss man sich verdienen. - Kiérdemelte az elismerést.
= Er/Sie hat sich die Anerkennung verdient.
Warum heißt es „megérdemled“ (ohne e)?
Weil unbetonte Vokale häufig verkürzt oder ausgelassen werden. Dadurch entsteht:
- megérdemled statt
megérdemeled
Zusammenfassung
| Ungarisch | Bedeutung |
|---|---|
| keresni | Geld verdienen |
| érdemelni | verdienen |
| megérdemelni | etwas verdient haben |
| kiérdemelni | sich etwas verdienen / erarbeiten |
Kurz gesagt
- Für Geld verwendet man meistens keresni.
- Für „du hast es verdient“ sagt man meistens megérdemled.
- Für „sich etwas verdienen“ verwendet man oft kiérdemelni.
- megérdemelni kann positiv oder negativ sein.
- Ohne Objekt wirkt „Megérdemled.“ im Alltag oft eher negativ oder ironisch.
Verwendete Quellen
(Arcanum 2026): https://www.arcanum.com/hu/online-kiadvanyok/Lexikonok-a-magyar-nyelv-ertelmezo-szotara-1BE8B/e-e-2529E/erdemel-282D2/
